Der Weissrückenspecht – einem Urwaldspezialisten auf der Spur

Vortrag von Dr. Antonia Ettwein
Im Vordergrund des diesjährigen Herbsttreffens des LOV stand ein Vortrag über den Weissrückenspecht. Dieser fand am 14. November 2025 vor 50 Zuhörern im Kulturhaus Rössle in Mauren statt.

v.l. Dr. Antonia Ettwein, Georg Willi; Fotos: Georg Jäger, Text: Georg Will

Der Weissrückenspecht wurde 1981 erstmals in Liechtenstein nachgewiesen, in der Schweiz 15 Jahre später 1996. Seither hat sich die Art bei uns etabliert, ebenso in der Ostschweiz. Die Vogelwarte Sempach hat sich daraufhin entschlossen, in einer Untersuchung die Lebensraumansprüche der Spechtart zu erforschen, um praxisorientierte Lebensraumaufwertungen umsetzen zu können.
Antonia Ettwein war Teil dieses Forschungsprojektes und ist in der Folge in ihrer Dissertation der Frage nachgegangen, wie die Landschaft, der Wald und die einzelnen Bäume aussehen müssen, damit sich der Weissrückenspecht dort auch niederlässt. Die Referentin verstand es ausgezeichnet, nicht nur die wissenschaftliche Komponente, sondern auch das praktische Vorgehen in einem derart gross angelegten Projekt gut verständlich dem Publikum zu vermitteln. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass der ideale Lebensraum des Weissrückenspechts aus ausgedehnten, zusammenhängenden Wäldern, gut strukturierten Mischwäldern mit viel Starkholz und einem genügend grossen Angebot an Totholz besteht, wie er in unserer Region am typischsten im Saminatal vorkommt.
Nach diesem wertvollen Einblick in Planung, Durchführung, Auswertung und den daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen eines derartigen Forschungsprojektes und einer rege genutzten Fragerunde konnte bei einem Aperitif weiter diskutiert werden.