Neuntöter, Schweizer Vogel des Jahres 2020

Ein echter Spiesser …

Neuntöter, Bild: Rainer Kühnis

Neunmalkluge Vorratshaltung
Genau neun Beutetiere sollen es sein, die der Neuntöter nacheinander auf Pflanzendornen aufspiesst, bevor er sie frisst. Das brachte dem Neuntöter zwar seinen Namen, gehört aber ins Reich der Märchen. Unbestritten ist dagegen die grosse Bedeutung eines guten Angebots an Käfern, Heuschrecken, Grillen und anderen Grossinsekten als Nahrung, die er gerne auch als Vorrat aufspiesst.

Hecken und Dornengebüsch sollen es sein
Um die Beute aufspiessen zu können, braucht es dornige Büsche, in die der Neuntöter meistens auch sein Nest anlegt. Überhaupt besiedelt er halboffene, abwechslungsreiche Kulturlandschaften mit einem ausreichenden Angebot an Hecken und Sträuchern. Besonders gern besiedelt werden südexponierte, extensiv genutzte Weideflächen, aber auch Moore können eine Rolle als Bruthabitat spielen.

Noch vorhanden!
Obwohl der Neuntöter in Liechtenstein noch vorkommt, ist sein Bestand in den letzten Jahrzehnten besorgniserregend zurückgegangen. Die Art ist bei uns vom Aussterben bedroht, es gibt höchstens noch 3-5 Paare, wobei vor allem das Ruggeller Riet noch regelmässig besiedelt wird.

Ohne Büsche kein Neuntöter
Wird die landwirtschaftliche Nutzung im Lebensraum des Neuntöters intensiviert, nimmt die Insektendichte drastisch ab, das Nahrungsangebot verschlechtert sich und der Bruterfolg sinkt, die Reviere werden über kurz oder lang aufgegeben. Dem Neuntöter kann deshalb nur mit folgenden Massnahmen geholfen werden:

  • In ausgeräumten Landschaften pflanzen von Einzelsträuchern (Heckenrose, Schwarzdorn u.a.) oder Belassen von kleinen Verbuschungsinseln, die aber regelmässig gepflegt werden, um Nistmöglichkeiten zu schaffen oder zu erhalten.
  • Artenreiche Blumenwiesen im Revier des Neuntöters begünstigen die Insektenvielfalt.
    Eine räumlich und zeitlich gestaffelte Mahd in der Umgebung von Neuntöter-Brutplätzen schafft ein ausreichendes Nahrungsangebot während der gesamten Jungenaufzuchtsphase.
  • Feldwege im Brutgebiet des Neuntöters dürfen nicht asphaltiert werden, da er bei schlechtem Wetter zur Nahrungssuche gerne auf kiesige Feldwege oder andere vegetationsarme Stellen ausweicht.
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Datum: Mittwoch, 5. Februar 2020 22:34
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