Der Wiedhopf ist wieder da

Wiedehopf in Schaan (Foto: Rainer Kühnis)
Wiedehopf in Schaan (Foto: Rainer Kühnis)

Nach seiner langen, bis zu 8 000 km langen Reise aus dem südlichen Afrika, ist in diesen Tagen der Wiedehopf wieder nach Liechtenstein zurückgekehrt. Vor Tagen schon in Balzers entdeckt, konnte Ende April in Schaan ein balzendes Pärchen im Bereich Duxplatz/Steinegerta/Gafos bestaunt werden. Auch in Eschen wurde anfangs Woche ein Individuum gesehen, hoffen wir, dass der Lebensraum ihm auch dort zusagt.

Einen prachtvollen Anblick bietend, mit dem prächtigen Kopfschmuck, dem orangenbräunlichen Gefieder und den breiten, schwarzen und weissen Bändern auf Schwingen und Schwanz wirkt der Wiedehopf wie ein exotischer Vogel. Der wellenförmige, flatternde Flug mit breiten, runden Flügeln lässt ihn wie einen riesigen Schmetterling erscheinen. Der Kopfschmuck ist meist angelegt und wird bei Erregung und bei der Landung aufgestellt.
In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts galt der Wiedehopf bei uns als weit verbreitet und sehr häufig. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts, besonders ab 1950 brachen die Bestände zusammen. Nachdem in Balzers schon mehrere Jahre Bruten stattfanden, zeigte die Brut in Schaan vom letzten Jahr, dass sich der Wiedehopf wieder langsam ausbreiten könnte.
Er liebt nämlich warme, sonnige und trockene Lagen mit geeigneten Bruthöhlen. Mit seinem langen, gebogenen Schnabel stochert der Vogel im Boden um Maulwurfsgrillen und Engerlinge zu finden. Er verschmäht aber auch Heuschrecken, Schmetterlinge, Regenwürmer und Schnecken nicht. Dazu benötigt er Flächen mit schütterer oder niedriger Krautschicht im Kulturland, in Weinbergen, Gärten und Weiden.
Der Reviergesang des Männchens, ein gedämpft und hohl klingendes „hup hup hup“ ist besonders bei Tagesbeginn zu hören. Der Gesang ist energetisch sehr aufwendig, sodass die Strophenlänge ein Qualitätsmerkmal des Männchens ist.
Die Ornithologischen Vereine Liechtensteins bemühen sich, durch Aufstellen von speziellen Brutkästen in dafür geeigneten Habitaten dem Wiedehopf zu helfen, erfolgreiche Bruten durchzuführen. Leider setzen ihm auch Nesträuber, wie Katzen, Marder und andere Grossvögel zu, wobei sich Jung und Alt zu wehren wissen. Wird die Brut von einem Nestfeind bedroht, spritzt der Wiedehopf aus der Bürzeldrüse ein penetrantes, nach Verwesung riechendes Sekret dem Feind entgegen. Die meisten Jungen fliegen zwischen Juni und anfangs August aus und sind dann, da sie noch wenig scheu sind, gut zu beobachten.
Jungvögel verreisen schon ab Juli, der Wegzug erreicht aber zwischen Mitte August und Anfang September den Höhepunkt. Ein kurzes, intensives Gastspiel bei uns, erfreuen wir uns an diesem prächtigen Vogel und stellen wir ihm den notwendigen Lebensraum zur Verfügung.

Liechtensteinischer Ornithologischer Landesverband
Günther Batliner
Schaan 0415/bg

 

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