{"id":829,"date":"2013-02-01T11:59:47","date_gmt":"2013-02-01T10:59:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lov.li\/?p=829"},"modified":"2026-01-15T16:16:45","modified_gmt":"2026-01-15T15:16:45","slug":"vogel-des-jahres-2013-pirol","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lov.li\/?p=829","title":{"rendered":"Vogel des Jahres 2013: Pirol"},"content":{"rendered":"\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.lov.li\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Pirol2.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.lov.li\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Pirol2.jpg\" alt=\"\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bild: Stefan Rieben<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Als einer der farbenpr\u00e4chtigsten V\u00f6gel kann der Pirol auch in Liechtenstein regelm\u00e4ssig beobachtet oder besser gesagt geh\u00f6rt werden. Ist er durch seine scheue Lebensart schwierig zu entdecken, so sind doch seine fl\u00f6tenden Rufe jeden Fr\u00fchling in Ruggell zu h\u00f6ren, wo diese exotisch anmutende Vogelart von der Renaturierung des Binnenkanals und dem letzten Rest eines echten Auwaldes in Liechtenstein profitiert.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><br>Lesen Sie hier die offizielle Medienmitteilung des Schweizer Vogelschutz SVS\/BirdLife Schweiz:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Pirol ist der Vogel des Jahres 2013 des Schweizer Vogelschutzes SVS\/BirdLife Schweiz. Der amselgrosse, goldgelbe Pirol ist einer der farbenpr\u00e4chtigsten V\u00f6gel unserer Region. Er lebt ausschliesslich in Laubw\u00e4ldern der tieferen Lagen mit einem vielf\u00e4ltigen Insektenangebot. Momentan ist er in seinem Winterquartier in S\u00fcdostafrika, wo er auf einige seiner Verwandten trifft. Als einziger der neun Pirolarten Afrikas kommt unser Pirol zwischen Mai und Juli zum Br\u00fcten nach Europa und bringt mit seinem fl\u00f6tenden Ruf ungewohnte, exotische Kl\u00e4nge in unsere W\u00e4lder. Die Erhaltung alter Eichen- und Auenw\u00e4lder und ein naturnaher Waldbau f\u00fcr die Biodiversit\u00e4t helfen mit, den seltenen Waldbewohner zu f\u00f6rdern.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Unsichtbare Goldamsel<\/strong><br>Der amselgrosse Pirol tr\u00e4gt ein goldgelbes Federkleid mit schwarzen Fl\u00fcgeln. Trotz des auff\u00e4lligen Gefieders ist der Vogel hoch oben im gr\u00fcnen Bl\u00e4tterdach des Waldes aber nur schwer zu sehen. Der Pirol ist nicht nur einer der farbenpr\u00e4chtigsten V\u00f6gel unserer Region, sein Ruf, mit dem er trotz der Tarnung seine Anwesenheit verr\u00e4t, ist einmalig in unseren W\u00e4ldern. Das laute Fl\u00f6ten passt viel eher ins tropische Afrika als in einen Schweizer Wald. In Afrika leben seine n\u00e4chsten Verwandten, und jeden Winter kehrt er zu ihnen zur\u00fcck.<br>L\u00e4nger in Afrika als in der Schweiz<br>Momentan ist der Pirol in seinem Winterquartier in S\u00fcdostafrika. Zusammen mit afrikanischen Pirolarten h\u00e4lt er sich in Baumsavannen und Galeriew\u00e4ldern auf und das noch bis in den April hinein. Dann machen sich die V\u00f6gel auf ihren bis zu 11&#8217;000 Kilometer langen Weg in den Norden um bei uns zu br\u00fcten. Daf\u00fcr brauchen sie nur gerade drei bis vier Monate und ziehen dann bereits wieder nach S\u00fcden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Insektenreiche, alte Laubw\u00e4lder gefragt<\/strong><br>Wenn der Pirol Anfang bis Mitte Mai in der Schweiz ankommt, sucht er sich ein insektenreiches Laubwaldgebiet, oftmals mit angrenzenden, bl\u00fctenreichen Wiesen bis in etwa 600 Meter H\u00f6he. Alte Eichen- und Auenw\u00e4lder werden dabei bevorzugt, da sie einen grossen Artenreichtum aufweisen und von unz\u00e4hligen Insekten besiedelt werden. In der Schweiz br\u00fcten j\u00e4hrlich 1000-2000 Pirolpaare. Das Weibchen flicht ganz allein ein kunstvolles Nest in eine Astgabel. Es legt 3-4 Eier, aus welchen nach 15 Tagen Brutdauer die Jungen schl\u00fcpfen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dank roten Kirschen ein gelber Vogel<\/strong><br>Der Pirol bevorzugt als Nahrung Schmetterlinge aller Art und deren Raupen. Er reichert seinen Speisezettel aber auch mit anderen Insekten an wie Ameisen, Heuschrecken und diversen K\u00e4fern. Eine besondere Vorliebe hat der Vogel zudem f\u00fcr Kirschen. Darum befinden sich in einem Pirolrevier fast immer Kirschb\u00e4ume. Pirole fressen Kirschen auch als Grundnahrungsmittel und verf\u00fcttern sie an ihre Jungv\u00f6gel, wenn Insekten infolge k\u00fchler Witterung knapp werden. Zudem beinhalten die roten Fr\u00fcchte Karotinoide, welche zum Gelb der Federn beitragen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Botschafter f\u00fcr Waldwirtschaft mit viel Biodiversit\u00e4t<\/strong><br>Der Pirol ist auf der Roten Liste (noch) nicht als bedroht eingestuft, leidet aber unter dem R\u00fcckgang von Lebensr\u00e4umen in der Schweiz und in Afrika. In Mitteleuropa liegen die Ursachen in der Zerst\u00f6rung von Auenw\u00e4ldern, der intensiven Nutzung des Kulturlandes um die W\u00e4lder herum und in einem Mangel an alten Laubw\u00e4ldern. Die Auflichtung des Kronenbereichs infolge von Schadstoffen hat Auswirkungen auf den Bruterfolg. Die Winterquartiere in Afrika sind durch Abholzung oder Brandrodung der W\u00e4lder und \u00dcberweidung der Baumsavannen bedroht. An deren Stelle werden Palm\u00f6l- und zunehmend auch Sojaplantagen angelegt. Nachhaltige, pestizidfreie Landwirtschaft in Afrika, keine Nutzung von Tropenh\u00f6lzern und die Erhaltung und F\u00f6rderung insektenreicher W\u00e4lder mit alten B\u00e4umen im Rahmen des naturnahen Waldbaus f\u00fcr die Biodiversit\u00e4t in Europa sowie der Schutz insbesondere von Eichen- und Auenw\u00e4ldern sind Schutzmassnahmen f\u00fcr den Pirol.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Als einer der farbenpr\u00e4chtigsten V\u00f6gel kann der Pirol auch in Liechtenstein regelm\u00e4ssig beobachtet oder besser gesagt geh\u00f6rt werden. 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