{"id":678,"date":"2012-10-10T12:08:37","date_gmt":"2012-10-10T11:08:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lov-kleintiere.li\/?p=678"},"modified":"2026-01-15T16:13:40","modified_gmt":"2026-01-15T15:13:40","slug":"phanomen-vogelzug","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lov.li\/?p=678","title":{"rendered":"Ph\u00e4nomen Vogelzug"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Mauersegler sind schon l\u00e4ngst weggezogen, unsere Schwalben sind auch schon Richtung S\u00fcden aufgebrochen und die Stare schliessen sich zu grossen Schw\u00e4rmen zusammen, um auch bald in w\u00e4rmere Gebiete aufzubrechen. Andererseits kommen aus dem Norden und Nordosten Krickenten, Eichelh\u00e4her, M\u00e4usebussarde oder auch Buch- und Bergfinken, um bei uns zu \u00fcberwintern. Der Vogelzug ist wohl das eindrucksvollste Naturschauspiel, das wir kennen. Allj\u00e4hrlich sind weltweit rund 50 Milliarden V\u00f6gel unterwegs.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vogelzugstrasse Alpenrheintal<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unsere Region ist pr\u00e4destiniert f\u00fcr den Vogelzug, erstreckt sich unser Tal doch von Nord nach S\u00fcd. Es ist deshalb kein Zufall, dass immer wieder besondere Vogelarten bei uns beobachtet werden. So machte unl\u00e4ngst ein S\u00e4belschn\u00e4bler, ein bei uns sehr selten zu beobachtender Watvogel, in unserer Region Halt. Gerade Watv\u00f6gel k\u00f6nnen Hunderte von Kilometern Nonstopp fliegen. Es ist immer wieder erstaunlich, welche Leistungen und welchen Orientierungssinn die V\u00f6gel, im Speziellen die Zugv\u00f6gel erbringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.lov.li\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Erlenzeisig_m1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"200\" src=\"http:\/\/www.lov.li\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Erlenzeisig_m1-300x200.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-682\" srcset=\"https:\/\/www.lov.li\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Erlenzeisig_m1-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.lov.li\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Erlenzeisig_m1.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Erlenzeisig ist ein Zugvogel, der invasionsartig auftreten kann.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Entstehung des Vogelzugs<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vogelzug gibt es wahrscheinlich seit es V\u00f6gel gibt. Die Kontinen- talverschiebung und die wiederkehrenden Klima\u00e4nderungen beeinflussten die Wanderungen der V\u00f6gel. Unser heutiges Vogelzugsystem wurde vor allem durch die Eiszeiten gepr\u00e4gt, die vor rund 15&#8217;000 Jahren zu Ende gingen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der Eiszeit erm\u00f6glichte das w\u00e4rmere Klima vielen Vogelarten, neue Gebiete in Europa zu besiedeln. Hier fanden sie im Sommer eisfreie Fl\u00e4chen mit reichlich Nahrung, aber kaum Konkurrenz und Feinde. Allj\u00e4hrlich zwang sie der Nahrungsmangel im Winter, wieder Richtung S\u00fcden zu ziehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zugv\u00f6gel und ihre H\u00f6chstleistungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zugv\u00f6gel vollbringen unglaubliche Leistungen. Bekannt geworden ist 2007 der Rekordflug einer Pfuhlschnepfe, die von Neuseeland aus 10&#8217;200 km non-stopp flog, bevor sie auf ihrem Weg ins Brutgebiet einen Zwischenhalt einlegte. Die ununterbrochene Reise dauerte 9 Tage.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie ist so etwas m\u00f6glich? Langdistanzflieger sind imstande, Darm und Leber stark zu vergr\u00f6ssern, damit die Nahrung schnell verwertet werden kann und so die Flugmuskeln gest\u00e4rkt werden. Der Rest wird als \u201cTreibstoff\u201din Form von Fett abgespeichert, der K\u00f6rper besteht dann aus bis zu 55 Prozent Fett (beim Menschen gilt ein Wert von \u00fcber 30 % als fettleibig). Wenn nun der Vogel zur langen Reise in den S\u00fcden aufbricht, sind die vergr\u00f6sserten Organe jedoch nur noch Ballast. Deshalb \u201cessen\u201d die V\u00f6gel ihre eigenen Organe, die bis zu 25 Prozent schrumpfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wunder der Navigation<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Rauchschwalbe muss in der Lage sein, ihr \u00dcberwinterungsgebiet im Kongobecken zu finden und bei der R\u00fcckkehr in die Schweiz auch den Bauernhof, wo sie allj\u00e4hrlich br\u00fctet. Daf\u00fcr ben\u00f6tigt sie, wie die meisten Zugv\u00f6gel, zwei Kategorien von Orientierungssystemen: die Richtungsorientierung und die Zielorientierung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu den Systemen der Richtungsorientierung z\u00e4hlen der Sonnen- und der Sternenkompass. Die Position einzelner Sterne oder der Sonne hilft den V\u00f6geln, eine generelle Richtung einzuhalten. Scheint die Sonne nicht oder sind die Sterne verdeckt, nehmen die V\u00f6gel das Erdmagnetfeld zu Hilfe. Mit winzig kleinen Eisenteilchen im K\u00f6rper nehmen sie wahr, wie die Magnetfeldlinien verlaufen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zielorientierung der V\u00f6gel arbeitet mit topographischen Merkpunkten, \u00e4hnlich wie wenn Menschen eine Landkarte lesen. In diesem Fall nutzen die V\u00f6gel pr\u00e4gende Landmarken wie Gebirge, Fl\u00fcsse oder K\u00fcsten als Leitlinien. Bereits als Jungtiere haben sie die Karte ihres Geburtsorts gespeichert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend bei den einen V\u00f6geln das Zugprogramm genetisch festgelegt ist, sodass sie auch alleine ziehen k\u00f6nnen, ziehen andere im Schwarm und lernen so die besten Zugwege kennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Mauersegler sind schon l\u00e4ngst weggezogen, unsere Schwalben sind auch schon Richtung S\u00fcden aufgebrochen und die Stare schliessen sich zu grossen Schw\u00e4rmen zusammen, um auch bald in w\u00e4rmere Gebiete aufzubrechen. Andererseits kommen aus dem Norden und Nordosten Krickenten, Eichelh\u00e4her, M\u00e4usebussarde oder auch Buch- und Bergfinken, um bei uns zu \u00fcberwintern. 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