{"id":5109,"date":"2021-12-08T11:40:07","date_gmt":"2021-12-08T10:40:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lov.li\/?p=5109"},"modified":"2026-01-16T21:12:06","modified_gmt":"2026-01-16T20:12:06","slug":"ein-jahr-zum-vergessen-fuer-den-flussregenpfeifer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lov.li\/?p=5109","title":{"rendered":"Ein Jahr zum Vergessen f\u00fcr den Flussregenpfeifer"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.lov.li\/wp-content\/uploads\/Flussregenpfeifer-Rainer-Kuehnis-100dpi.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"570\" height=\"380\" src=\"https:\/\/www.lov.li\/wp-content\/uploads\/Flussregenpfeifer-Rainer-Kuehnis-100dpi-570x380.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5111\" srcset=\"https:\/\/www.lov.li\/wp-content\/uploads\/Flussregenpfeifer-Rainer-Kuehnis-100dpi-570x380.jpg 570w, https:\/\/www.lov.li\/wp-content\/uploads\/Flussregenpfeifer-Rainer-Kuehnis-100dpi-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.lov.li\/wp-content\/uploads\/Flussregenpfeifer-Rainer-Kuehnis-100dpi-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.lov.li\/wp-content\/uploads\/Flussregenpfeifer-Rainer-Kuehnis-100dpi.jpg 857w\" sizes=\"auto, (max-width: 570px) 100vw, 570px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Flussregenpfeifer mit Jungem, Bild: Rainer K\u00fchnis<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die diesj\u00e4hrigen Hochwasser im Rhein haben dem Flussregenpfeifer, der auf den Kiesinseln seine Eier legt, den Bruterfolg gr\u00f6sstenteils ver- unm\u00f6glicht. Zusammen mit dem im Alpenrhein bekannten Sunk und Schwall ergab sich wieder einmal ein Jahr praktisch ohne flugf\u00e4hige Jungv\u00f6gel.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun sind sie wieder fort, schon l\u00e4nger, n\u00e4mlich Anfang August. Und sie mussten sich ohne Jungv\u00f6gel auf den R\u00fcckflug in die Winterquartiere aufmachen: die Flussregenpfeifer. Man beachtet sie eigentlich gar nicht, so gut ist ihr Federkleid angepasst an die graue Umgebung auf den Kiesb\u00e4nken im Rhein: oben ein brauner R\u00fccken, eine weisse Unterseite, ein schwarzes Band hinter dem Auge und \u2013 mit einem guten Fernglas zu sehen \u2013 ein gelber Lidring. Wenn man sie nicht kennt, sieht man sie nicht, bis man pl\u00f6tzlich denkt, dass sich ein \u00abRhybolli\u00bb bewegt hat. Der Vogel rennt mit seinen schnellen Trippelschritten \u00fcber den Boden, h\u00e4lt pl\u00f6tzlich an, um rasch wieder eine Strecke zur\u00fcckzulegen. Manchmal trampelt er energisch auf Sand oder Schlamm herum, um Beutetiere aufzuscheuchen. Flussregenpfeifer ern\u00e4hren sich von W\u00fcrmern, Larven, Weichtieren, kleinen Spinnen und anderen dicht unter der feuchten Bodenoberfl\u00e4che lebenden Kleinlebewesen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese V\u00f6gel br\u00fcten von April bis Ende Juli in einem offenen Gelege zwischen den Steinen auf den Kiesinseln oder sonstigen, vegetationsfreien Kiesfl\u00e4chen. W\u00e4hrend der ganzen Zeit sind sie dem Wetter und im Rhein dem Hochwasser ungesch\u00fctzt ausgesetzt. W\u00e4hrend der Balz \u00abofferiert\u00bb das M\u00e4nnchen mehrere flache Mulden, von denen das Weibchen dann eines als Nest w\u00e4hlt und drei bis vier Eier hineinlegt, die durch Farbe und Farbmuster sehr gut getarnt sind; sie sind nur etwa fingernagelgross. Die Brutdauer betr\u00e4gt 24 bis 25 Tage. Es br\u00fcten beide Geschlechter. Bei Gefahr locken die Eltern durch ein Verhalten namens Verleiten den Angreifer in eine andere Richtung und versuchen so, ihre Brut zu sch\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Brutpl\u00e4tze des Flus\u00ads\u00adregenpfeifers in der Schweiz und in Liechten\u00adstein. Auff\u00e4l\u00adlig ist, dass entlang der liechten\u00adsteinischen Staatsgrenze das gr\u00f6s\u00adste zusam\u00ad\u00admen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ein besonders grosses Brutgebiet<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.lov.li\/wp-content\/uploads\/KarteFlussregenpfeifer-Vorkommen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"192\" src=\"https:\/\/www.lov.li\/wp-content\/uploads\/KarteFlussregenpfeifer-Vorkommen-300x192.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5110\" srcset=\"https:\/\/www.lov.li\/wp-content\/uploads\/KarteFlussregenpfeifer-Vorkommen-300x192.jpg 300w, https:\/\/www.lov.li\/wp-content\/uploads\/KarteFlussregenpfeifer-Vorkommen-570x366.jpg 570w, https:\/\/www.lov.li\/wp-content\/uploads\/KarteFlussregenpfeifer-Vorkommen.jpg 616w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Vogelart ist Gegenstand einer \u00fcberregionalen Beobachtungsgruppe mit Beteiligung der Kantone Graub\u00fcnden, St. Gallen und des F\u00fcrstentums Liechtenstein. Im Verlaufe dieser Beobachtungen hat sich gezeigt, dass die fast 60 Kiesinseln zwischen dem Ellhorn Balzers und der Ill-M\u00fcndung das gr\u00f6sste zusammenh\u00e4ngende Brutgebiet dieser Vogelart in der Schweiz bilden. Der Flussregenpfeifer hat also einen sehr starken Bezug zum Land Liechtenstein (siehe Karte der Reviere). Auch ein Birdlife-Projekt fokussiert seit zwei Jahren auf diese Vogelart.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Flussregenpfeifer sind Langstreckenzieher und machen eine erstaunlich weite Reise \u2013 meistens nachts \u2013 zum Winterquartier, das sie von November bis Februar besetzen. Meistens liegt es s\u00fcdlich der Sahara bis zu den K\u00fcsten Westafrikas, Zaire, Tansania und Kenia. Und nat\u00fcrlich ist diese weite Reise mit vielen Gefahren verbunden, unter denen hunderte V\u00f6gel leiden und die viele Individuen letztlich nicht \u00fcberstehen. Deshalb w\u00e4re es umso wichtiger, dass diese Vogelart einen guten Bruterfolg aufweisen kann. Man muss sich den Flug ins Winterquartier nicht an einem St\u00fcck vorstellen, sondern in vielen Etappen mit Pausen, in denen sie sich wieder auff\u00fcttern f\u00fcr die n\u00e4chste Etappe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>F\u00fcr gew\u00f6hnlich zwei Bruten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Fr\u00fchling tauchen die ersten Flussregenpfeifer etwa am 20. M\u00e4rz auf, dann folgen Revierk\u00e4mpfe, und in guten Jahren schaffen die V\u00f6gel zwei Bruten \u2013 wenn es die Hochwasser im Rhein zulassen. Dieses Jahr war dies nicht der Fall: Mehrere Hochwasser haben entweder die Gelege zerst\u00f6rt oder die Jungv\u00f6gel ertr\u00e4nkt. Es konnten keine Jungv\u00f6gel nachgewiesen werden, auch ausserhalb des Rheins wurden keine gefunden. Das Jahr 2020 hingegen verlief optimal, h\u00e4ufig mit zwei erfolgreichen Bruten. Eine grosse Gefahr f\u00fcr die Bruten bilden Graureiher und vor allem die Rabenv\u00f6gel, die oft in grosser Zahl auf den Kiesb\u00e4nken zu sehen sind. Die Brutprozesse auf den Kiesinseln des Rheins sind anf\u00e4llig f\u00fcr St\u00f6rungen: Beach-Partys, insbesondere w\u00e4hrend der Lockdown-Zeiten, leinenlose Hunde, Erholungssuchende und so weiter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Leo Sutter<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.lov.li\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Adobe_Acrobat_v8.0_icon.svg-1-e1429341183514.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"40\" height=\"40\" src=\"https:\/\/www.lov.li\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Adobe_Acrobat_v8.0_icon.svg-1-e1429341183514.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2663\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.lov.li\/wp-content\/uploads\/vb-2021-12-09-6.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Volksblatt, Seite der Natur, 9.12.2021<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die diesj\u00e4hrigen Hochwasser im Rhein haben dem Flussregenpfeifer, der auf den Kiesinseln seine Eier legt, den Bruterfolg gr\u00f6sstenteils ver- unm\u00f6glicht. 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