{"id":1709,"date":"2014-02-03T11:57:25","date_gmt":"2014-02-03T10:57:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lov.li\/?p=1709"},"modified":"2026-01-15T16:34:40","modified_gmt":"2026-01-15T15:34:40","slug":"die-waldohreule-vogel-des-jahres-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lov.li\/?p=1709","title":{"rendered":"Die Waldohreule &#8211; Vogel des Jahres 2014"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.lov.li\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Waldohreulen_3-Saxerriet.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"199\" src=\"http:\/\/www.lov.li\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Waldohreulen_3-Saxerriet-300x199.jpg\" alt=\"Waldohreulen - Schlafplatz im Saxerriet (Foto R. K\u00fchnis)\" class=\"wp-image-1710\" srcset=\"https:\/\/www.lov.li\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Waldohreulen_3-Saxerriet-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.lov.li\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Waldohreulen_3-Saxerriet-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/www.lov.li\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Waldohreulen_3-Saxerriet.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Waldohreulen &#8211; Schlafplatz im Saxerriet (Foto R. K\u00fchnis)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Waldohreule ist in der Schweiz vom Schweizer Vogelschutz SVS zum Vogel des Jahres 2014 ausgew\u00e4hlt worden. Die Waldohreule liebt fliessende \u00dcberg\u00e4nge zwischen Wald und Kulturland mit lichten Waldpartien, Magerwiesen, Hecken und extensiv genutztem Wiesland. Mit der Waldohreule wird darauf aufmerksam gemacht, dass dieser Lebensraum stark schwindet.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>H\u00e4ufig aber unsichtbar<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Waldohreule ist eine der h\u00e4ufigeren Eulen in der Schweiz, in Liechtenstein hat ihr Bestand in den letzten Jahrzehnten abgenommen. Aufgrund ihrer n\u00e4chtlichen Lebensweise sieht sie kaum jemand. Sie br\u00fctet im Mittelland, im Jura und in den Alpent\u00e4lern bis auf 1500 m. In der D\u00e4mmerung geht sie auf die Jagd. Den Tag verschl\u00e4ft sie auf einem Baum sitzend. Ihr leiser Ruf, ein kurzes &#8222;huh&#8220;, ist meist nicht sehr weit zu h\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ohren, die keine Ohren sind<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders auff\u00e4llig an der Waldohreule sind die namensgebenden Federohren &#8211; die gar keine Ohren sind. Die Waldohreule braucht sie als Ausdrucksmittel f\u00fcr ihre Mimik. Kaum ein anderes Tier kann seine Gem\u00fctslage so ausdrucksstark darstellen mit ihrem Gesichtsschleier und den Ohren wie die Waldohreule. Eulen faszinieren Menschen, da sie wie diese beide Augen vorne im Gesicht haben. Dadurch haben sie jedoch einen kleinen Blickwinkel. Die Eulen kompensieren dies durch eine aussergew\u00f6hnliche Drehf\u00e4higkeit des Halses. Dank 14 Halswirbeln (Mensch nur 7) k\u00f6nnen die Eulen ihren Kopf um 270\u00b0 drehen. Somit sind sie in der Lage zu beobachten, was hinter ihrem Kopf passiert, ohne sich umwenden zu m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gewiefte J\u00e4gerin, einseitiges Menu<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Spezialisiert ist die Waldohreule auch f\u00fcr die n\u00e4chtliche Jagd. Nicht prim\u00e4r mit den grossen Augen, sondern mit dem sehr feinen Geh\u00f6r ortet sie in dunkler Nacht ihre Beute, welche zu \u00fcber 80% aus Feldm\u00e4usen besteht. Am besten h\u00f6rt die Waldohreule bei sieben Kilohertz, dem Spektrum, in dem die M\u00e4use piepsen. Dank einem ger\u00e4uschlosen Flug wegen gezahnten Flugschwingen und einer samtartigen Struktur auf den Federn, welche den Luftwiderstand brechen, kann sie die M\u00e4use \u00fcberraschen und mit ihren sehr scharfen Krallen packen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Anzahl M\u00e4use in einem Lebensraum bestimmt auch wieviele Eier die Waldohreule legt. In schlechten M\u00e4usejahren sind es nur 3-5 Eier, in guten M\u00e4usejahren legt sie bereits Ende Februar 6-8 Eier. Diese werden nur vom Weibchen in einem alten Kr\u00e4hennest am Waldrand oder in einem Feldgeh\u00f6lz ausgebr\u00fctet. Die Jungen sind ungleich alt, da das Weibchen bereits bei den ersten Eiern zu br\u00fcten beginnt. Nach 3 Wochen verlassen die Jungen noch im Dunenkleid das Nest, sitzen auf \u00c4sten herum und fordern nachts laut fiepend die Eltern auf, Futter zu bringen. Erst nach ca. 10 Tagen k\u00f6nnen sie fliegen und begleiten die Eltern auf der M\u00e4usejagd.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Verlust der \u00dcbergangsbereiche Wald-Kulturland stoppen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fr\u00fcher waren \u00dcbergangsbereiche zwischen dem Hochwald und dem Ackerland verbreitet. Lichte Waldpartien, Hecken, Obstb\u00e4ume, Magerwiesen oder Weiden boten der Waldohreule einen optimalen Lebensraum. Heute ist die einstmals breite \u00dcbergangszone meist auf eine Linie zusammengeschrumpft, da im Wald ein dichter Hochwald w\u00e4chst und auch das Kulturland stark intensiviert wurde. Halboffene Lebensr\u00e4ume sind aber f\u00fcr die Biodiversit\u00e4t sehr wichtig und bieten einer ganzen Anzahl Pflanzen- und Tierarten Lebensraum. Darum fordert der SVS\/Bird Life Schweiz dazu auf, lichte Waldbereiche mit strukturreichem Kulturland zu kombinieren und wo immer m\u00f6glich neu entstehen zu lassen. Dank vermehrter Energieholznutzung, Programmen f\u00fcr lichte W\u00e4lder und neuen Beitr\u00e4gen in der Landwirtschaft f\u00fcr Landschaftsqualit\u00e4t nebst den Beitr\u00e4gen zum \u00f6kologischen Ausgleich bestehen neue Anreize dazu. Damit kann ein schon fast verschwundener, artenreicher Lebensraum der traditionellen Kulturlandschaft erhalten bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Waldohreule ist in der Schweiz vom Schweizer Vogelschutz SVS zum Vogel des Jahres 2014 ausgew\u00e4hlt worden. Die Waldohreule liebt fliessende \u00dcberg\u00e4nge zwischen Wald und Kulturland mit lichten Waldpartien, Magerwiesen, Hecken und extensiv genutztem Wiesland. 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